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Zwangsgedanken sind störende Ideen, aufdringliche Gedanken, Vorstellungen, Bilder oder Impulse, die Ihnen wiederholt in den Sinn kommen. Sie können sich anscheinend gegen Ihren Willen aufdrängen. Sie werden als unsinnig, übertrieben oder sogar persönlichkeitsfremd bewertet, sie rufen aber gleichzeitig Angst, Ekel oder Unbehagen hervor. Sie zu ignorieren oder ihnen Widerstand zu leisten ist kaum möglich.

Die Abgrenzung zum Normalverhalten ist meist relativ eindeutig: Eine Zwangserkrankung liegt erst vor, wenn Zwangsgedanken ein starkes Ausmaß angenommen haben, zeitintensiv sind (das DSM-5 beispielsweise verlangt mehr als eine Stunde pro Tag), Betroffene (und häufig auch das Umfeld) darunter leiden und im beruflichen und privaten Alltag und in ihren Aktivitäten beeinträchtigt sind.

Auslöser für Zwänge sind von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Zahlreiche gesunde Menschen haben also solche Gedanken, die Sie selbst als Zwangsgedanken kennen. Im Gegensatz zu Zwangskranken sind Gesunde vielleicht kurz irritiert, wenn solche Gedanken auftauchen. Sie leiden aber nicht über einen längeren Zeitraum darunter. Die Gedanken tauchen auf und verschwinden wieder, gehen unter in den zahlreichen Gedanken, die man sonst so am Tag denkt.

Wie kann man Zwangsgedanken überwinden?

Um Zwangsgedanken zu überwinden, müssen aus Zwangsgedanken wieder „normale” Gedanken werden. Dafür wird an der Bewertung der Gedanken angesetzt. Es geht darum zu erfahren, dass Gedanken nicht gefährlich sind. Sie vergehen ganz natürlich, je weniger wir ihnen Beachtung schenken – und das können wir trainieren, durch Exploration der Funktionalitäten der Gedanken. Das Überprüfung der Gedanken soll als eine Richtlinie dienen. Tauchen Zwangsgedanken zum Beispiel in bestimmten Situationen auf, können diese Situationen konkret aufgesucht werden, um zu erleben, dass der bloße Gedanke keinerlei Konsequenzen hat. Wir müssen nämlich keineswegs nach ihm handeln. Falls die Gedanken in keiner bestimmten Situation auftreten, ist es auch möglich die Übung „Gedanken beobachten” umzusetzen, um gezielt die Erfahrung zu machen, dass Gedanken auftauchen und sich wieder auflösen.

Sollte man seine Zwangsgedanken unterdrücken?

Zwangsgedanken nehmen viel Zeit und Leid in Anspruch, weil sie immer wieder zurückkehren. Der Versuch, ein Zwangsgedanke zu widerstehen, wird meist von starken Druck begleitet. Druck diesen Gedanken zu beenden oder loszuwerden, kann zu Depression, Schlaflosigkeit und Aggression führen. Sich dagegen zu wehren sorgt nur für mehr Bedrängnis und Belastung. Zwangsgedanken unterdrücken wird unmöglich sein, da diese unkontrolliert wiederkehren. Stattdessen ist eine Konfrontation notwendig und sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Anschließend kann man einen geeigneten Satz entwickeln, wenn der eigene Zwang an der Tür steht und eine entsprechende Haltung dazu erarbeiten, beispielsweise: Einmal tief ein- und ausatmen, aufrechte Haltung einnehmen und laut oder in Gedanken mit fester Stimme sagen/denken: »Das ist nur mein Zwang, der wieder einen Fehlalarm macht!« und sich dazu vorstellen, wie man die Tür zuschlägt. Da der Zwang leider nicht einfach verschwindet, muss der Satz immer wieder gesagt bzw. gedacht werden. Wichtig ist, sich nicht aufs Diskutieren einzulassen, sondern immer bei dem Satz zu bleiben. Eine Ergänzung dieser Übung ist sich ihrem Zwang gegenüber abzugrenzen, ist das Gespräch mit dem Zwang, in welchem das Vorgehen mittels Stuhldialogen (Stuhl hinstellen und ein Dialog mit dem Stuhl  Zwang führen) trainiert wird.

 

Wie kann man bei Zwangsgedanken helfen?

Die Verhaltenstherapie ist die wirksamste Behandlungsform gegen Zwänge. Es wird Ihnen Techniken vermittelt, mit denen Sie etwas gegen ihre Zwangsgedanken unternehmen können. Voraussetzung ist natürlich eine gute Vorbereitung: Zuerst stellt der Psychologe / Psychologin Ihnen viele Fragen, damit er Sie besser kennen lernt (und Sie ihn auch). Dann wird er mit Ihnen mögliche Ursachen ihrer Zwänge erarbeiten, besprechen, welche Problembereiche es sonst noch gibt und welche Fähigkeiten und Stärken Sie haben. Anschließend wird er Ihnen die Techniken erklären und mit Ihnen zusammen einen maßgeschneiderten Therapieplan gegen ihre Zwänge erarbeiten. Bei der Umsetzung wird er Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Medikamente: Je nach Art und Schwere der Zwänge kommt zusätzlich eine Therapie mit Medikamenten in Frage. Wirksam sind die sogenannten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Betroffenen helfen sie, Abstand zu den Zwängen zu bekommen, die innere Anspannung zu senken und die Stimmung zu verbessern. Die Erfolgsaussichten einer Verhaltenstherapie (mit oder ohne Medikamente) sind recht gut. Viele Betroffene konnten mit Hilfe dieser Therapie ihre Zwänge deutlich reduzieren und damit einhergehend wieder viel mehr Lebensqualität gewinnen. Und immer wieder gibt es auch Menschen, die sich mit Hilfe einer Therapie ganz von ihren Zwängen befreien konnten.

 

Was sind typische Zwangsgedanken?

Zu den häufigsten Zwangsgedanken gehören aggressive Zwangsgedanken, gefolgt von Zwangsgedanken, die sich auf Verschmutzung beziehen, diverse Sorgen und Selbstzweifel. Sonstige Zwangsgedanken könnten Zwangsgedanken mit sexuellem Inhalt, Zwangsgedanken, die sich auf das Sammeln und das Aufbewahren von Gegenständen beziehen, Zwangsgedanken mit religiösen oder solchen Inhalten, die ein schlechtes Gewissen erzeugen, Zwangsgedanken, die sich auf Symmetrie oder Genauigkeit beziehen und Zwangsgedanken in Bezug auf den eigenen Körper.

Verschiedene Zwangsgedanken könnten Drang, Dinge wissen oder erinnern zu müssen; Furcht, bestimmte Dinge zu sagen; Furcht, nicht das Richtige zu sagen; Furcht, Dinge zu verlieren; Sich aufdrängende (nicht gewaltbezogene) Bilder; Sich aufdrängende unsinnige Geräusche, Wörter oder Musik; Sich belästigt fühlen durch bestimmte Töne oder Geräusche; Glücks-/Unglückszahlen; Farben mit bestimmter Bedeutung; Abergläubische Befürchtungen.

 

Unterdrückte Wut als Zwangsgedanke?

Wut ist eine starkes Gefühl, das negative Eigenschaften hat. Wut belastet uns, nimmt uns die Freude und sorgt für ein schlechtes Wohlbefinden. Dabei ist es der eigenen Gesundheit zuträglich, der inneren Wut auch mal freie Bahn zu lassen. Im Gegensatz dazu kann sich unterdrückte Wut negativ auf die psychische Gesundheit auswirken. Generell üben unterdrückte Gefühle große Macht auf unseren Körper aus. Warum unterdrücken wir negative Gefühle? Manche unterdrücken diese Wut was sich durchaus zu einem Zwangsgedanke entwickeln kann wenn man mit Wut nicht richtig umgeht. Es werden Vorstellungen und Ideen gesammelt und malen sich diverse ungesunde Szenarien aus. Bei aggressiven Zwangsgedanken handelt es sich demnach auch um extreme Angst, einem inneren Drang Folge zu leisten und deshalb die Kontrolle zu verlieren und andere oder sich selbst zu verletzen. Es ist ein Zwang: Ein Gedanke, der sich über das eigene Bewusstsein hinwegsetzt, obwohl der Drang als absurd empfunden wird. Oftmals wird versucht, den Gedanken zu vertreiben, doch es gelingt nicht.

 

Die Angst ums Kind als Zwangsgedanke?

Nach einer Entbindung können psychische Störungen eintreten. Diese kann man grob in drei Kategorien einteilen: Der sogenannte Babyblues (»Heultage«) Zentrales Symptom ist eine stimmungsmäßige Labilität (z. B. mit raschem Wechsel von Glücklichsein und Weinen). Dabei handelt es sich um die Folge der raschen Hormonumstellung nach der Entbindung und nicht um eine behandlungsbedürftige Störung. Seltener sind die sogenannten Wochenbettdepressionen. Sie treten meist in den ersten Wochen nach der Geburt auf und können i. d. R. ambulant behandelt werden. Übergänge von Wochenbettdepressionen zu den seltenen Wochenbettpsychosen mit Wahnsymptomen, Stimmenhören und anderen psychotischen Symptomen kommen vor.

Wovon man weniger spricht sind die Angststörungen die mit Zwangsgedanken einhergehen. Für die betroffene Mutter ist es sehr quälend, das Auftreten von Zwangsgedanken (wiederkehrende unangenehme Gedanken, die von der betroffenen Mutter als unsinnig angesehen werden und die überhaupt nicht zu ihrem eigenen Wertesystem passen). So etwa der Gedanke, dem Baby etwas anzutun, es zu verletzen, es sogar zu töten; manchmal bis hin zu bildlichen Vorstellungen davon. Solche Zwangsgedanken versetzen die Mutter in starke Angst. Sie sieht darin einen Beweis, dass sie eine schlechte Mutter sei und ihr Kind nicht liebe; sie lebt in Angst davor, dass sie eines Tages das Schreckliche umsetzen könnte. Dabei sind die Zwangsgedanken harmlos, da sie nicht in die Tat umgesetzt werden. Sie resultieren häufig aus dem genauen Gegenteil, dem »Überbehüten« des Kindes. Betroffene Mütter sind immer fürsorgliche Mütter, die den Anspruch haben, ihr Kind »vor allem Bösen in dieser Welt« zu schützen. Und dann kommt plötzlich der Gedanke, man selbst könnte dem Kind etwas antun. Nachvollziehbar, dass betroffene Mütter der Überzeugung sind, »die einzige schlechte Mutter« auf der Welt zu sein, und dass sie aus Scham große Schwierigkeiten haben, darüber zu sprechen.

Auch kann sich ein Zwangsgedanke anders äußern wenn die Kinder älter werden. Heutzutage haben die Medien, das soziale Umfeld und gesellschaftlicher Druck viel Einfluss. Kein Wunder, dass Eltern sich Sorgen um deren Kinder machen. Doch wo liegt die Sorge im Normbereich? Das Kind geht in die Schule und Sie haben keine andere Gedanken als, dass ihr Kind gesund und munter wieder Heim kommt? Oder können nicht loslassen und begleiten ihr Kind zur Schule, holen es ab, weil sie Angst haben es könnte etwas passieren. Ihre Gedanken dreht sich rund ums Kind und können ihren Alltag nicht mehr ohne diese Sorgen bewältigen? Wenn Sie keine Ruhe mehr finden und sich nicht entspannen können so bald ihr Kind aus ihren Blickfeld verschwindet, könnte man von Zwangsgedanken sprechen. Solche Symptome könnten auch Grübeln, Hoffnungslosigkeit, Schuldgefühlen, Ängste bis hin zu Panikattacken, Reizbarkeit, innerer Unruhe und Schlaflosigkeit sein. Sie haben Schwierigkeiten ihr Kind ausreichend Raum zugeben oder ihren Kind Freiraum zulassen? Solche Handlungen sorgt für keine gesunde Mutter-Kind Beziehung. Zu Entwicklung eines Kindes bedarf es sich selber entfalten zu können und Dinge ohne ein Elternteil zu entdecken.

 

Zwangsgedanke und der Realitätsverlust

Es ist eher selten, dass Zwangsgedanken und Realitätsverlust einhergehen.  Sollte sich Gedanken als sehr real erweisen spricht man von einer Schizophrenie. Zwangspatienten setzen ihre Gedanken niemals in die Tat um; sie leiden, im Gegensatz zu psychotischen Menschen, nicht unter einem Realitätsverlust. Liegt das Beil auf dem Tisch und der Patient spricht über seine Vorstellungen, verliert er nach und nach den Schrecken davor – der Gedanke verschwindet und quält ihn nicht länger. Das Thematisieren eines Zwangsgedanke hilft dem Betroffen sein Zwang zu konfrontieren und zu bearbeiten.

 

Religiöse Zwangsgedanken

In Deutschland gibt es etwa 120 000 Menschen die unter religiös-moralischen Zwängen leiden. Religiöse Zwangsgedanken unterscheidet sich von normaler Religiosität vor allem darin, dass religiöse Denkweisen und Handlungen, die in einer Glaubensrichtung üblich und verbreitet sind, übertrieben oder sehr einseitig betrieben werden. Es kommt auch vor, dass sich die Betroffenen gewisse religiöse Rituale oder Vorschriften selbst ausdenken, ohne zu prüfen, ob diese mit ihrer Glaubensrichtung übereinstimmen. Dies kann zur Folge haben, dass sie aus religiösen Gründen Verhaltensweisen zeigen, die von ihrer Glaubensrichtung nicht toleriert werden. In ihrem Streben nach Perfektionismus versuchen sie, „Musterschüler“ zu sein, die noch disziplinierter und konsequenter gegenüber sich selbst sind und weitaus höhere Ansprüche an sich stellen, als es ihre Glaubensrichtung tut. Allerdings ist dies meistens mit einem hohen Zeitaufwand sowie mit rigiden Vorschriften und Pflichten verbunden, so dass die persönliche Freiheit der Betroffenen massiv eingeschränkt wird.

 

Depression als Folge von Zwangsgedanke

Patienten mit Zwangserkrankungen leiden häufig unter weiteren psychischen Erkrankungen. Dies ist insbesondere der Fall im stationären und teilstationären Setting, aber auch in der ambulanten Psychotherapie muss man davon ausgehen, dass neben der Zwangserkrankung nicht selten die Kriterien für eine oder mehrere weitere psychische Diagnosen erfüllt sind. Affektive Störungen gehören zu den häufigsten komorbiden Erkrankungen bei Zwangsstörungen. Depressive Episoden sind oft Folge der Zwangserkrankung aufgrund der Belastungen und Einschränkungen sowie der gesunkenen Lebensqualität. Aber auch der umgekehrte Fall ist möglich, dass nämlich Zwangssymptome als Bewältigung einer depressiven Symptomatik auftreten.

 

Der Unterschied zwischen Zwangsgedanken und Zwangshandlungen?

Unter Zwangshandlungen versteht man Verhaltensweisen oder Rituale, zu denen sich die Person gedrängt fühlt, obwohl sie diese als unsinnig oder übertrieben bewertet. Die Handlungen dienen der Reduktion oder Vermeidung von Unruhe und Anspannung oder zur Verhinderung des Eintritts von gefürchteten Ereignissen. Die häufigsten Zwangshandlungen sind Wasch- und Kontrollzwänge. Manchmal kann es sein, dass Sie versuchen, ihnen zu widerstehen, was sich jedoch als schwierig herausstellen mag. Möglicherweise erleben Sie Angst, die nicht abnimmt, bevor die Handlung abgeschlossen ist. Bei Zwangsgedanken handelt es sich um Gedanken und werden nicht in Taten umgesetzt.

 

Was sollte man bei Zwangsgedanken machen?

Holen Sie sich die wichtigsten Informationen, die im Rahmen der Psychoedukation bei Zwangsstörungen vermittelt werden sollten. Informationen über die Diagnose  Störungsbezogene Informationen (z.B. Subtypen von Zwängen, was sind Auslöser, was ist Vermeidungsverhalten, was sind Fehlbewertungen etc.). Individuelles Störungsmodell mit Mikro- und Makroanalyse (z.B. individuelle Hypothesen zur Entstehung, Funktionalitäten etc.) . Therapierelevante Informationen (z.B. Wirkprinzip von Expositionen und kognitiven Interventionen, Wirkungsweise von Medikamenten gegen Zwänge).  Informationen zur Rückfallprophylaxe (z.B. Wissen über Risikofaktoren, Erkennen von Frühwarnsymptomen).

Deutschsprachige Online-Foren Empfehlenswerte Foren finden Sie z.B. unter: http://www.zwaenge.de/agora/index.php?site=zwngeforum&lang=de  www.zwangserkrankungen.de

http://www.zwaenge.at/testboard

Wenn Sie die Suchbegriffe »Forum Zwangserkrankung« oder »Forum Zwangsstörung« oder »Forum Zwangsgedanken« oder ähnliche Wörter in eine Suchmaschine eingeben, finden Sie weitere Foren, deren Beiträge Sie vielleicht interessieren.

Gedankenwelten: Kunst und Zwang Dies ist eine Seite der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen (http://www.zwaenge.de/betroffene/frameset_betroffene.htm), auf der Menschen mit Zwangserkrankungen beschreiben, was sie bewegt. Hier finden Sie beispielsweise Kurzgeschichten, Tagebuchgedanken oder Gedichte über das Leben mit einer Zwangserkrankung.

Selbsthilfegruppen Suchen Sie einen direkten Austausch mit anderen Betroffenen, so können Sie dies in einer Selbsthilfegruppe tun. Informationen zu Selbsthilfegruppen in Wohnortnähe erhalten Sie über die Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen oder in der Schweiz über die Schweizerische Gesellschaft für Zwangsstörungen:

Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V. (DGZ) Postfach 70 23 34 22023 Hamburg Internet: www.zwaenge.de E-Mail: zwang@t-online.de

Schweizerische Gesellschaft für Zwangsstörungen (SGZ) c/o Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Universitätsspital Zürich Culmannstrasse 8 CH–8091 Zürich Internet: www.zwaenge.ch E-Mail: kontakt@zwaenge.ch

Österreichisches Portal zum Thema Zwangskrankheit Internet: www.zwaenge.at E-Mail: theresa@zwaenge.at

 

Die Selbsthilfe bei Zwangsgedanken

Nehmen Sie ihre Zwangsgedanken [Bilder, Impulse] wahr. Benennen Sie sie BEWUSST als Zwangsgedanken [Bilder, Impulse], um damit zum Ausdruck zu bringen, dass es sich bei den Gedanken [Bildern, Impulsen] nicht um Tatsachen handelt, sondern um Symptome einer Zwangserkrankung. Sagen Sie also nicht: »Meine Hände sind verseucht!«, sondern sagen Sie: »Ich habe den Zwangsgedanken, dass meine Hände verseucht sind!« oder: »Mein Zwang sagt mir, dass meine Hände verseucht sind!« oder: »Das ist ein Fehlalarm meines Zwangs!« Machen Sie die Übung im Alltag so häufig wie möglich. Wann immer ein Zwangsgedanke [Bild, Impuls] auftaucht, sagen Sie sich, wie eben beschrieben, dass das ein Zwangsgedanke ist. Die Übung hat nicht den Anspruch zu bewirken, dass Sie danach keine Probleme mehr durch Zwangsgedanken haben. Sie hilft Ihnen aber dabei, ein bisschen mehr Abstand zu Ihren Zwangsgedanken zu bekommen, indem Sie sich immer wieder darauf hinweisen, dass es sich nicht um Tatsachen, sondern um Symptome einer Erkrankung handelt.

Auch können Sie selber eine Intervention durchführen, indem Sie den Zwangsgedanken hinterfragen. Sammeln Sie nun zuerst alle Argumente, die für den Gedanken sprechen. Wenn Sie fertig sind, sammeln Sie alle Argumente, die gegen den Gedanken sprechen. Wenn Ihnen am Ende noch Argumente für die eine oder die andere Position einfallen, so können Sie diese gern nachtragen.

 

Zwangsgedanken in der Therapie besprechen

Zunächst sollte ein Screening-Fragen zur Identifikation einer Zwangsstörung erfolgen. Für Zwangspatienten ist das Erlernen von Fertigkeiten häufig sinnvoll. Dafür werden verschiedene Fertigkeiten benötigt: Akzeptanz statt Erlebnisvermeidung. Defusion statt Fusion. Gegenwärtigkeit statt Dominieren der vorgestellten Vergangenheit und Zukunft. Selbst als Kontext statt Festhalten am Selbstkonzept. Werte statt Unklarheit hinsichtlich der eigenen Werte oder fehlendem Kontakt zu eigenen Werten. Commitment statt Untätigkeit und Vermeidungsverhalten.

Darüber hinaus gibt es kognitive und metakognitive Techniken die wichtige Elemente in der Therapie von Zwangserkrankungen zur Stärkung des gesunden Denkens erweisen. Kognitive Techniken bedeuten, die darauf abzielen, Inhalte von Gedanken zu überprüfen und zu verändern, und  metakognitiven Techniken, die sich weniger mit den Inhalten als mit der Art des Denkens beschäftigen und die darauf abzielen, problematische gedankliche Prozesse zu beenden und insgesamt den Gedanken weniger Bedeutung beizumessen. Expositionen selbst sind eine sehr wirksame Intervention zur Korrektur von Fehlbewertungen. Insbesondere wenn Auslöser, Zwänge und andere dysfunktionale Bewältigungsstrategien sehr komplex und vielfältig sind, ist es sinnvoll, sich bei der Bestimmung von Therapiezielen zunächst auf einen Bereich zu beschränken, mit dem man anfangen möchte. Therapieziele in anderen Bereichen werden erst dann festgelegt, wenn diese an der Reihe sind. Im weiteren Verlauf werden dann in Abhängigkeit von den Ergebnissen weitere Zwischenziele erarbeitet. Dies trägt auch zur Entwicklung eines eigenen Maßstabs bei.

 

Fazit: Darum sollten Sie unbedingt mit einem Experten reden

Viele Menschen, die unter Zwangssymptomen leiden, haben ein Bedürfnis, mehr darüber zu erfahren, warum sie diese Erkrankung entwickelt haben. Man weiß heutzutage, dass es nicht eine einzelne Ursache für Zwangserkrankungen gibt. Es spielen immer verschiedene psychologische und biologische Risikofaktoren eine Rolle, die bei einem Menschen zu einer Art Verletzlichkeit führen können. Diese Verletzlichkeit kann dann im Zusammenspiel mit schwierigen Lebensereignissen oder Veränderungen zum Beginn einer Zwangserkrankung führen. Im Rahmen einer Therapie ist die Beschäftigung mit den persönlichen Risikofaktoren wichtig, weil sich hieraus weitere Therapieziele ergeben können, deren erfolgreiche Bearbeitung die Chancen für eine Verbesserung hinsichtlich Ihrer Zwänge deutlich erhöhen kann.

Bei Zwangsgedanken können Sie ein Expertenrat einholen die einschätzen können welche Gedanken, Grübeleien oder Vorstellungen sich in der Norm befinden. Nicht immer aber reicht das eigene Wissen aus, um beurteilen zu können, in welchem Ausmaß Zwangsgedanken übertrieben oder sinnlos sind und was möglicherweise aber auch sinnvoll ist und daher beibehalten werden sollte. Denn auch wenn es banal klingt, nicht alles, was ein Zwangspatient äußert, ist automatisch Zwang. Mit der Klärung solcher Fragen ist man beispielsweise relativ häufig konfrontiert, wenn Zwangsgedanken sich um giftige Substanzen oder um Ansteckung drehen.

 

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Für den Erfolg einer Behandlung ist es wichtig, dass Therapieziele konkret und positiv, überprüfbar, realistisch und erreichbar formuliert werden. Veränderungen hinsichtlich der Zwänge und der Hintergrundbereiche benötigen Zeit, außerdem erfordert dies Übungen regelmäßiges Training, um diese zu verinnerlichen und im Alltag autonom zu integrieren. In unseren ambulanten Setting durch Telefonate oder Videocalls werde ich Ihnen Techniken und Interventionsübungen zeigen die Sie selber anwenden können. Die Therapie wird auch tiefenpsyschologisch fundiert sein, um die Ursache der Zwangsgedanken zu erarbeiten.  Online Psychotherapie von Interapy4you bietet eine anonyme Online Hilfe und Beratung an. Für weitere Information besuchen Sie meine Webseite Interapy4you. Das Erstgespräch ist kostenlos! Ich freue mich auf Sie!